Wiener Charme im ältesten Kino des Landes: Die Breitenseer Lichtspiele
Wer in die Welt des Wiener Kinos eintauchen möchte, ist hier richtig aufgehoben:
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Zehn Fahrminuten vom Westbahnhof entfernt liegen die Breitenseer Lichtspiele im 14. Wiener Gemeindebezirk. Was 1905 als reisendes Zeltkino begann, gilt heute als das älteste durchgehend bespielte Kino des Landes. Erstrahlt im neuen Vintage-Glanz bietet es ein buntes Programm. Heuer feiert das Kino sein 120-jähriges Jubiläum. Als letztes verbliebenes Vorstadtkino haben sich hier schon etliche filmreife Szenen abgespielt - auch abseits der Leinwand.
Vom Stummfilm bis zu Live Visuals
„Hast du neue Batterien eingebaut? Du bist heute so schnell“, scherzt Dieter mit einem Kinogast im Rollstuhl. Im Foyer drängen sich Besucher:innen. Gleich startet der neue Film einer österreichischen Regisseurin im einzigen Saal des Hauses. Die Breitenseer Lichtspiele bieten ein Arthouse-Programm mit Schwerpunkt auf österreichischen und europäischen Film. Viele Werke laufen im Original mit Untertitel. Auf die regelmäßigen Stummfilm-Vertonungen sind die Besitzer:innen besonders stolz. Alle zwei Monate begeistert der Stummfilm-Erzähler Ralph Turnheim die Besucher:innen mit Leinwand-Lyrik und Pianobegleitung. Neben einem Kinderprogramm, Lesungen und Events stellt die Programmreihe Focus On Filmschaffende mit Wien-Bezug ins Rampenlicht - eine Hommage an die Kreativszene der Stadt. Die Programmvielfalt ziehe Menschen aus ganz Wien an, erzählt Mattershofer.
Von Kino zu Kino
Die Breitenseer Lichtspiele sind eines der wenigen Lichtspieltheater, die das große Kinosterben der 1960er Jahre in Österreich überlebten. Heute finden sich in Wien nur noch 27 Stück. Diese werden allerdings mit großer Liebe und Wiener Charme geführt.
Eines der prestigeträchtigsten Stätten ist das Gartenbaukino an der Wiener Ringstraße. Das Haus ist eng mit dem größten österreichischen Filmfestival, der Viennale, verbunden. In den 1960er Jahren erbaut, bietet es ein anspruchsvolles Programm mit Filmreihen, Retrospektiven und Sonderveranstaltungen. Durch seine Pforten gingen bereits prominente Gäste wie David Lynch, Tilda Swinton, Martin Scorsese, Jane Fonda und Kirk Douglas.
Nur zehn Gehminuten vom Gartenbaukino entfernt, in verwinkelten Gassen, liegt das Metro Kinokulturhaus. Roter Samt und dunkle Holzvertäfelungen empfangen die Kinogäste. Der ehemalige Theatersaal steht unter Denkmalschutz, und noch heute zieren Logen auf beiden Seiten die Sitzreihen. Das Filmarchiv Austria übernahm die Kulturstätte und betreibt es als Zentrum zur Aufarbeitung österreichischer Filmkultur. Wer nach dem Film noch verweilen möchte, kann im hauseigenen Buchladen schmökern oder im charmanten Foyer einen Kaffee genießen.
Ein Spaziergang durch die Wiener Innenstadt und die Opernstraße entlang führt zu einem Ort, der nicht nur Kino sondern auch Szenetreffpunkt ist: das Schikaneder. Gäste kommen hier nicht nur wegen der Filme, sondern auch wegen der hippen Bar und den ausgefallenen Events.
Gleich nachdem die Operngasse in die Margaretenstraße übergeht, liegt ein weiteres Juwel der Wiener Kinoszene: das Filmcasino. Eine Umgestaltung in den 1950er Jahren verleiht dem Lichtspielhaus seinen heutigen Charme. Das Filmcasino überzeugt nicht nur durch sein Interieur, sondern auch durch sein Programm. Mit innovativen und einzigartigen Filmreihen setzt es sich für mehr Inklusion ein und feiert das Kino als Ort der Begegnung.
Autorin: Beatrix Kouba
The Companion Vienna
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